Hauswart Kumpf – Auskunft für Klatsch und Tratsch im Mehrfamilienhaus
Immer morgens um 4 Uhr klingelt im Winter bei Hauswart Kumpf der Wecker. Dann zieht er seine dicke Wattejacke und die Handschuhe an und zieht bewaffnet mit Schneeschieber und Streusalz nach draußen, um die Gehwege und Einfahrt des Hauses freizuschaufeln. So können die Mieter es Hauses Kumpf sich ohne Verzögerung und Gefahr auf dem Weg zur Arbeit machen. Wenn es nicht geschneit hat, kann er zwar ein Stündchen länger schlafen, doch auch dann wartet jede Menge Arbeit auf ihn: Rasen mähen, Gehwege fegen, Mülltonnen rausstellen, Hausordnung machen, kaputte Lampen, Klingeln und Schlösser reparieren oder austauschen, verstopfte Abflüsse reinigen, Pakete und Päckchen entgegennehmen – eben für Ordnung im Haus zu sorgen.
Das Leben als Hauswart ist schon hart, vor allem, wenn man für ein so großes Mietshaus wie dieses hier verantwortlich ist. 12 Familien leben hier, von denen nur 2 kinderlos sind. Da versperren schon mal die Fahrräder und sonstigen Spielsachen der Kinder den Eingang, rennen die Gören mit schlammigen Schuhen die Treppen rauf und runter und mindestens einmal im Monat fliegt ein Ball durch eine Fensterscheibe. Doch auch mit den Erwachsenen hat man so sein Kreuz zu tragen, wenn sie ihn nachts aus dem Bett klingeln, weil sie das Schlüsselloch zur Eingangstür nicht finden, wenn die alte Dame im Erdgeschoss ihre Einkäufe erledigt haben möchte oder Hilfe braucht, um ihre Gardinen aufzuhängen.
Hauswart Kumpf ist die gute Seele des Hauses, er ist nicht nur fürs handwerkliche zuständig, sondern auch als Seelenklempner. Gab‘s mal Streit mit dem Gatten oder den Eltern, sucht man bei ihm Rat und Tat. Manchmal sagt er über sich selbst im Spaß: ich bin die Auskunft vom Haus Kumpf. Nur eines tut er nicht: im Haus Klatsch und Tratsch verbreiten. Denn das tut er nur hier!